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Einführung:
Karl Prokes hatte einen stressigen Beruf und
suchte den richtigen Ausgleich. Vor über dreißig Jahren fand
er ihn in seinem ersten Garten in Hagenbrunn (das Bildchen links),
einem kleinen Heurigenort. Nach zwei Dekaden galt es das grüne
Reich zu verändern, und Herr Prokes übersiedelte nach
Grafensulz. Wie schon zuvor sollte sein Garten vor allem eines
können: Tier und Mensch zu allen Jahreszeiten erfreuen.
Wildnis und Lebensräume
Verschlungene Wege führen durch das grüne
Reich des überzeugten Naturgärtners und geben immer neue
Blickpunkte frei. Steinmauern, Terrassen und drei kleine Biotope bieten
Platz und Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere –
im und am Wasser tummeln sich Frösche, Erdkröten und Molche,
während sich in den Steinmauern Eidechsen und Insekten
wohlfühlen. Je mehr Leben im Garten herrscht, desto besser –
daher wird auf „Wildnis“ Wert gelegt: Vieles, was von
selbst kommt, darf und soll auch bleiben.
„Die Teiche
legte ich an, um ein feuchteres Klima zu schaffen – im
Weinviertel ist es sehr trocken“,
erklärt Karl Prokes den eigentlichen Sinn der vielen
Wasserbereiche. Auch sammelt er seit jeher Koniferen, die er
großteils selbst aus Samen zieht. „Die Nadelgehölze
brauchen das etwas feuchtere Klima ganz besonders.“
Stein auf Stein
In diesem Weinviertler Garten gibt es auffallend viele liebevoll
gebaute Trockenmauern; ja, sogar eine „Schlucht“ –
eine Art Senkgarten – hat der Besitzer errichtet.
Ursprünglich wollte er Kalksteine aus der Gegend verwenden, doch
führte ihn der Zufall zu Schiefergestein mit teils funkelnden
Granaten. „Ich suchte lange Zeit Steine in der Umgebung, wurde
aber erst im Waldviertel fündig“, erzählt Karl Prokes.
„Dort war es mir möglich, flache Steinstrukturen in
passenden Größen zu erhalten.“
Pfingstrosen – eine Leidenschaft
Karl Prokes ist und bleibt eine Sammlernatur. Angefangen hat alles mit
Koniferen, und weitergehen sollte es mit Pfingstrosen. Nicht wissend,
um welche Pflanzen es sich handelt, fand der experimentierfreudige
Gärtner am Mistplatz in Stammersdorf Knollen einer
Strauchpfingstrose und pflanzte diese in seinen Garten. Es
erblühte ein bezauberndes und pflegeleichtes Gewächs.
„Ich bin im Grunde genommen ein fauler Gärtner!“, gibt
er lachend zu, „daher schienen diese Pflanzen genau richtig
für mich.“ Heute zählt die Sammlung 140 Pfingstrosen,
eine stammt aus Nepal und blüht weiß. „Ich habe viele
Freunde in Nepal, reise oft dorthin“, erzählt Herr Prokes,
„in Nepal gibt es eine einzige Pfingstrosenart, und die hat mein
Sammlerherz entfacht!“
Geliebte Vögel
Große Bereiche werden nur einmal im Jahr gemäht – ein
gestriegelter Rasen passt einfach nicht ins Konzept. Neben den vielen
Quartieren, die der Schaugarten-Besitzer als Unterschlupf für
Nützlinge vorsieht, füttert er darüber hinaus im Winter
mit Akribie seine Singvögel im Garten. „Ich liebe alle Tiere
und Pflanzen – bei mir sollen sie ein gutes Zuhause haben!“
Aber sein Garten steht auch für Menschen offen – eben als
Schaugarten der Aktion „Natur im Garten“.
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